Holz - ein Brennstoff der Zukunft

Nahezu die Hälfte des gesamten Energiebedarfs wird in Mitteleuropa zur Beheizung unserer Wohnungen benötigt. Durch entsprechende Wärmedämmung der Gebäudehüllen wird dieser Prozentsatz künftig erheblich reduziert werden. Vor allem Geräte, die im unterem Leistungsbereich effizient arbeiten, sind deshalb von steigendem Interesse. Die Heizungssysteme der Zukunft werden kleiner dimensioniert werden und die Brauchwassererwärmung eine höhere Bedeutung gegenüber der reinen Heizwärme bekommen.
Die technische Entwicklung bei den Holzfeuerungen kleiner Leistung hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. So bietet die Primärofen-Technik einen vergleichbaren Bedienungskomfort wie Gas- oder Ölheizungen. Die zentrale Konzeption , mit Aufstellung des Wärmeerzeugers im Wohnraum, vermindert Leitungsverluste im Vergleich zu Kellergeräten.
Damit ist die Möglichkeit gegeben, alle Wünsche nach der Wärmeversorgung mittels gespeicherter Energie zu erfüllen. Denn: Holz ist gespeicherte Sonnenenergie, seine Verbrennung CO2-neutral.
Holz ist eine erneuerbare, heimische Energiequelle. Holz ist ausreichend verfügbar, denn vom jährlichen Zuwachs in heimischen Wäldern werden zur Zeit nur etwa zwei Drittel genutzt. Die Nutzung von heimischen Holz schafft außerdem zahlreiche Arbeitsplätze in Industrie, Gewerbe, Dienstleistung sowie in der Land- und Forstwirtschaft.
Die Kostenrechnung für die Nutzung fossiler Energie ist unvollständig, weil die Folgekosten für Menschen, Natur und Klima der Allgemeinheit aufgebürdet werden. Wußten Sie, daß bei der Verbrennung von jedem Liter Heizöl mit einer modernen Ölheizung rund 2,9 kg fossiles CO2 in die Atmosphäre gelangen und bei der Verbrennung von 1m3 Erdgas 1.9 kg fossiles CO2 freigesetzt wird. Fossile Brennstoffe bringen zudem ein erhebliches Transportrisiko mit sich.

Heizen mit Holz

Was spricht überhaupt für das Heizen mit Holz? Wenn man sich genauer damit beschäftigt, eine Vielzahl von Punkten:
Holz ist der erste und älteste Brennstoff der Welt. Es ist ein krisensicherer Brennstoff, den es auch dann noch geben wird, wenn alle anderen Energien (Öl, Gas, Uran) aufgebraucht sind bzw. nicht mehr verwendet werden.
Holz ist der einzige Brennstoff, der in gewissem Umfang sehr häufig in der näheren Umgebung erhältlich ist. Er läßt sich selbständig zubereiten und macht damit unabhängig von externen Energie-Lieferanten.
Holz besitzt keinen einheitlichen Heizwert, bedingt durch die Vielzahl unterschiedlicher Holzarten. In der Regel läßt sich aber sagen, daß ein Kubikmeter Holz (20% Restfeuchte) den gleichen Heizwert wie ein 200 Liter Heizöl oder 200 Kubikmeter Erdgas besitzen. Die Verbrennungsrückstände, d.h. die reine Holzasche ist mit einer Vielzahl von Mineralstoffen versehen, u.a. Phosphor, Natrium. Calcium und Magnesium. Reine Holzasche eignet sich daher gut als Gartendünger. Man kann in diesem Zusammenhang schon fast von einer Recyclebarkeit des Rohstoffes Holz sprechen.

Beim Thema Recyclebarkeit ist der Umweltschutzgedanke natürlich nicht weit. Holz ist einer der schwefelärmsten Brennstoffe überhaupt und erzeugt daher auch kaum Schwefeldioxid, welcher mit hauptverantwortlich für den sauren Regen gemacht wird.

Holz und der Treibhauseffekt

Um diesen Satz zu erklären, muß man ein wenig in die Tiefe gehen. Bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Brennstoffen, dazu gehören Kohle, Erdöl, Erdgas, aber auch Biomasse wie Holz und Stroh, entsteht Kohlendioxid (CO2). Dieses unsichtbare Gas ist zusammen mit anderen Spurengasen Bestandteil der Ozonschicht. Die Schicht schützt bzw. sorgt dafür, daß der größte Teil der Sonnenstrahlung zur Erde, welche von der Erde wieder reflektiert wird, nicht wieder aus der Atmosphäre austritt.

CO2 reflektiert u.a. diese langwellige Sonnenstrahlung, so daß sie die unteren Luftschichten und die Erdoberfläche auf durchschnittlich 15°C erwärmen und damit die Erde erst bewohnbar macht (natürlicher Treibhauseffekt). Wird aber zuviel CO2 erzeugt, wie das z.Z. der Fall ist, führt das zu einem zusätzlichen Treibhauseffekt. Dadurch heizt sich das Klima auf , mit nicht absehbaren Folgen für die Umwelt. Der Verbraucher und auch jeder Heizungsbesitzer ist heute aufgefordert, den Ausstoß von CO2 auf ein Minimum zu reduzieren bzw. den CO2-Kreislauf wieder zu schließen. Das bietet die Holzfeuerung durch den Vorgang der Photosynthese.

  Holz und die Photosynthese

Kohlendioxid wird über den Vorgang der Photosynthese wieder in den Kreislauf eingeführt. Pflanzen und Bäume nehmen beim Wachsen das Kohlendioxid (CO2), Mineralstoffe, Wasser (H2O) und Sonnenlicht auf und geben dafür u.a. Sauerstoff (O2) an ihre Umgebung ab.
Das Holz gibt während der Verbrennung ebenfalls CO2 ab und dieses wird von den anderen Bäumen wieder aufgenommen. Die dabei u.a. entstehenden Asche genutzt als Gartendünger schließt den Kreislauf wieder. Öl und Gas als fossile Brennstoffe haben ihren Kohlenstoff über Millionen von Jahren gebunden und dieser wird jetzt kontinuierlich an die Atmosphäre abgegeben. Es wird allerdings - im Gegensatz zu Holz - keinem Kreislauf zugeführt, da nur Holz ein nachwachsender Rohstoff ist.

  Man kann sicherlich sagen, daß Holz - als Brennstoff richtig genutzt - eine umweltfreundliche Art zu heizen, darstellt. Nur der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß sich bei der reinen Holzverbrennung keinen giftigen Chlorverbindungen oder Schwermetalle bilden.

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